Kongress 2011
Das war der Effiziente Staat 2011
Verwaltung aus der Steckdose
In Berlin fand am 3. und 4. Mai 2011 der 14. Verwaltungskongress Effizienter Staat statt. Das Motto lautete: „Erfolgsfaktor Strategie – Verwaltungstransformation in einer vernetzten Welt“. Rund 750 Teilnehmer aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft hatten sich für den Kongress angemeldet. Partnerland des Kongresses war in diesem Jahr die Schweiz. So eröffnete neben Cornelia Rogall-Grothe, Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern und Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik, der Schweizer CIO Peter Fischer, Delegierter für die Informatikstrategie des Bundes, den Kongress.
Bis 2013 will das BMI eine gemeinsame Strategie für ein offenes Regierungshandeln erarbeiten und umsetzen. In diesem Zusammenhang werde auch der Aufbau einer Open Data Plattform angestrebt. Aktuell arbeite das BMI an Empfehlungen für den Umgang mit Open-Data-Kriterien. „Auf diesem Gebiet wird sich noch viel bewegen – auch in den Köpfen“, sagte die Staatssekretärin.
Während Deutschland vergangenes Jahr eine Nationale E-Government-Strategie verabschiedet hat, gibt es eine solche bereits seit 2002 in der Schweiz mit drei strategischen Zielen. An erster Stelle steht hier das Ziel, dass die Wirtschaft ihre Behördengänge zukünftig elektronisch abwickelt. An zweiter Stelle sollen Behörden ihre Prozesse modernisieren und untereinander elektronisch kommunizieren. Erst an dritter Stelle steht die elektronische Abbildung der Kommunikation mit dem Bürger, „das folgt der Erkenntnis, dass der Bürger durchschnittlich sehr wenig Berührungspunkte mit der Verwaltung hat“, erklärte Fischer. Die Unterschiede in den Kantonen bezogen auf E-Government seien sehr groß. „Dies beschert uns immer wieder ein schlechtes Ranking in den internationalen Vergleichen – aber das gehört zum Föderalismus dazu.“ Auch für die Schweiz steht Open Data und die Nutzung von Social Media zu den Zukunftsaufgaben – die Stadt Zürich pilotiert gerade im Bereich Open Data.
Der Effiziente Staat 2012: D-A-CH-Kongress
In seiner Eröffnungsrede gab R. Uwe Proll, Chefredakteur des Behörden Spiegel, bekannt, dass sich der Effiziente Staat 2012 zu einem D-A-CH-Verwaltungskongress weiterentwickelt. Nachdem 2010 Österreich Partnerland des Kongresses war und 2011 die Schweiz sollen ab 2012 dauerhaft Redner beider Länder das Programm des Effizienten Staates ergänzen. „Dadurch bringen wir die Verwaltungsmodernisierer beider deutschsprachiger Länder weiter zusammen. Alle drei Länder, müssen sich ähnlichen Herausforderungen in der Verwaltungstransformation stellen, wählen dafür aber teilweise unterschiedliche Wege. Gerade deshalb ist der Austausch auf einem Kongress für Teilnehmer als auch Referenten ein Gewinn“, sagte R. Uwe Proll. In diesem Zusammenhang steht auch der neue Newsletter „Verwaltung kompakt“ des Behörden Spiegel, der seit März für die österreichische Verwaltung über österreichische Verwaltungmodernisierungsthemen berichtet – auch für deutsche Leser bietet der Newsletter viel Interessantes. Abonnieren Sie „Verwaltung kompakt“ – klicken Sie hier.
Den Newsletter E-Government zum Effizienten Staat gibt es hier
Das sagen die Teilnehmer zum Effizienten Staat 2011
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Konrad Kandziora, Vorstand ITDZ Berlin
Die Veranstaltung hat sich in Berlin inzwischen sehr gut etabliert. Das Programm verbindet auf interessante Weise Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft und auch das Publikum kann sich intensiv austauschen. Durch die Beteiligung von Schweiz und Österreich bekommt man zusätzlich einen erweiterten Blick auf die Dinge und viele Impulse. Wir hatten schon interessante Diskussionen, zum Beispiel über Clouds und Sicherheitsproblematiken. Das ITDZ ist selbst mit einem Stand vertreten und die Leute nutzen intensiv die Möglichkeit, sich über unsere Lösungen in Berlin-Brandenburg zu informieren.
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Stefan Röthlisberger, Programm-Manager E-Government Schweiz
Die Auswahl der Themen und die Qualität der Referate bieten viel Input. Wir haben etliche Gespräche mit Fachkollegen aus Deutschland geführt und sind gut im Austausch. Unser Eindruck ist, dass sich die Fachleute in beide Richtungen geöffnet haben und die herausfordernden Themen angehen. Der Blick in die Zukunft ist dabei ganz wichtig. Beim Effizienten Staat ist das auf informelle und informative Weise durch das gute Setting möglich.
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Johann Mittheisz, CIO der Stadt Wien
Der Kongress hat mir sehr gut gefallen. Die Kooperation zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz ist wichtig und hier rundum gelungen. Die Themen sind in allen drei Ländern ähnlich oder sogar gleich und durch einen solchen gemeinsamen Kongress können sie gemeinsam besprochen und weiter entwickelt werden. Auch die verschiedenen Ebenen waren vielfältig vertreten und eingebunden. Ich werde im nächsten Jahr gerne wieder dabei sein und nehme vieles mit nach Wien.
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Das waren die Top-Themen 2011:
Offene Verwaltungsdaten: Die Offenlegung von Verwaltungsdaten wird derzeit massiv eingefordert. Aber: Welche Daten sollen offen gelegt werden, bzw. eignen sich? Sollen die Daten gebührenpflichtig sein? Welcher Lizenz sollen die Daten unterliegen? Wann wird es in Deutschland ein zentrales Datenportal geben? Dieses Thema garantiert spannende Diskussionen, dafür sorgt auch die Beteiligung des Open Data Networks e.V. am Kongress. Hier trifft Community auf Verwaltung!
E-Government-Gesetz: Digitale Signatur und elektronischer Identitätsnachweis eröffnen eine durchgängige digitale Kommunikation, auch verwaltungsintern. Mit dem E-Government-Gesetz sollen rechtliche Hindernisse dafür beseitigt werden. 2011 wird ein Gesetzentwurf erarbeitet, auf dem Effizienten Staat erfahren Sie, wie die Planungen dafür aussehen.
Nationale E-Government-Strategie: Das Leitbild gibt die Pfeiler der zukünftigen Entwicklung des "föderalen E-Governments" vor. Es soll die Aktivitäten von Bund, Ländern und Kommunen koordinieren und gibt gemeinsame Ziele für die Weiterentwicklung des E-Governments vor. Von besonderem Interesse auf dem Effizienten Staat wird hier der Austausch mit dem Partnerland Schweiz sein, dass sich derzeit mit der Weiterentwicklung der E-Government-Strategie zu einer "Vernetzten Verwaltung" beschäftigt.
E-Identität: Die digitale Identität wird immer wichtiger, nicht zuletzt durch die Einführung des neuen Personalausweises. Viele Fragen sind dabei noch offen: Welche Services werden durch den Einsatz der digitalen Signatur und des elektronischen Identitätsnachweises möglich? Wie ordnet sich die E-Identität in die Gesamtarchitektur ein? Wie baue ich ein Identitätsmanagement auf?
Vernetzte Verwaltung / Prozessorientierung: Durch Zusammenarbeit über Zuständigkeitsgrenzen hinweg können enorme Effizienzpotenziale gehoben werden, dies gilt für die Bundes- und Landesverwaltung, aber in besonderem Maß für Kommunen. Das zeigten u.a. Berechnungen von Prof. Tino Schuppan für den Blog government 2020.de, http://www.government2020.de/blog/?p=151. Schuppan errechnete 1,4 Milliarden Euro Einsparungen allein im Bereich der Personalverwaltung.
Nachhaltigkeit: "Vom Ertrag und nicht von der Substanz leben" ist eine zentrale Präambel nachhaltigen Wirkens. Die Bundesregierung hier legt mit der Nachhaltigkeitsstrategie und ihrer Fortschreibung einen politischen Schwerpunkt. Doch der Staat kann nicht nur nachhaltiges Verhalten einfordern, sondern muss sich auch seiner eigenen Verantwortung als Konsument und Emittent stellen. Auf dem Effizienten Staat werden zwei zentrale Vorhaben dazu beleuchtet: Öffentliches Nachhaltigkeitsmanagement für staatliche Stellen und die Anwendung der Nachhaltigkeitsprüfung bei der Gesetzgebung.

Weitere Themen:
- Von der E-Vergabe zur XVergabe
- ÖPP
- Geo-Daten
Die gesammelten Vorträge der Redner und Referenten gibt auf dieser Seite unter der Rubrik Kongress 2011.